Geschichten


Der Traum


Langsam nehme ich Geräusche wahr, ich tauche auf aus einem Gefühl von Wärme, das einen eiskalten Schauer hinterlässt. Ich will aber nicht zurück!!

Meine Gedanken werden langsam klar, doch ich möchte dieses Gefühl festhalten. Bilder entstehen vor meinem geistigen Auge. Ich stehe auf einem Marktplatz, ich schau mir die Waren der Bauern und fahrenden Händler an. Plötzlich habe ich das Gefühl, beobachtet zu werden, ich sehe mich verstohlen um, um festzustellen, ob mich die Stadtwache im Visier hat, aber sie steht ein ganzes Stück entfernt und ist in eine Unterhaltung mit einem Händler vertieft. Sie beobachtet mich also nicht. Auch sonst kann ich niemanden entdecken, der den Eindruck macht, mich zu beobachten. Aber dieses Gefühl ist da! Vielleicht sind es auch nur meine überspannten Nerven, weil ich das letzte Mal nur knapp der Menge entkommen konnte. Aber das ist das Risiko, wenn man vom Stehlen leben will. Doch was ich fühle ist keine Angst, ich fühle mich nur beobachtete. Ich sehe mich weiter um und suche eine leichte Beute, die für mein Essen sorgen wird. Ich sollte weitergehen. Ich schaue mir weiter die Leute an, wer hat seinen Geldbeutel leichtgläubig und damit für mich günstig am Gürtel? Mein Vorteil ist es, dass mich in dieser Stadt niemand kennt. Plötzlich fühle ich es ganz genau, dieses Gefühl ist so intensiv, dass ich die Augen auf meiner Haut spüren kann. Ich drehe mich ruckartig um, damit sich mein Beobachter nicht zurückziehen kann.

Und da steht er.
Wie ein Fels im Meer, gehüllt in eine schwarze Kutte, die Kapuze so tief ins Gesicht gezogen, dass man nichts erkennen kann. Der Markt ist voller Leute, und doch scheinen alle diese seltsame Erscheinung zu ignorieren, ja, sie scheinen sogar einen Bogen um ihn zu machen. Er strahlt eine dunkle Aura aus, die ihn unwirklich erscheinen lässt. Er steht ganz still, nichts an ihm bewegt sich, nicht einmal der Wind bewegt seine Kleider. Und obwohl ich sie nicht sehen kann, spüre ich, dass seine Augen ganz allein auf mir ruhen, er scheint mir direkt in die Seele zu blicken. Das nächste, was ich fühlte, war dieses Gefühl von schwarzer Ohnmacht, das mich hinabzog, und aus dem ich nicht erwachen will. Doch die Klarheit meines Geistes lässt sich nicht aufhalten. Langsam überkommt mich ein Frösteln, ich versuche meine Augen zu öffnen, doch es bleibt dunkel, man hat mir die Augen verbunden. Ich konzentriere mich auf die Geräusche, ich höre das leise Knistern von Flammen und das Knacken von brennendem Holz. In der Luft liegt ein Geruch gemischt aus Moder, Feuer, Wachs und, dem untergemischt, der schwere Duft von Rosen. Langsam kommt auch Gefühl in meine Gliedmassen, und ich muss mit Entsetzen feststellen, dass ich angebunden bin, meine Arme lassen sich kaum bewegen. Ich liege auf dem Rücken, ich fühle Stroh und kalten Stein auf meiner Haut. Was ist bloss los?

Ich liege anscheinend auf einem Lager aus Stroh, und meine Arme sind links und rechts angebunden. Nun spüre ich auch, dass ich kein Stück Kleidung mehr am Leib trage. Blitzartig durchzuckt mich das Bild des Mannes in der schwarzen Kutte, und mich überfällt Panik. Doch ich rede mir ein, dass alles gut ist, aber ist das meine Stimme, die das denkt? Zumindest hat niemand gesprochen, bin ich wirklich allein? Ich glaube, die Anwesenheit von jemandem zu spüren, oder von etwas? Ich höre Geräusche, atmet jemand, geht jemand durch den Raum? Ich glaube, das Rascheln von Stoff zuhören, warum habe ich keine Angst? Das Gefühl kann man eher mit Neugier beschreiben. Oder träume ich noch? Wieder habe ich das Gefühl, beobachtet zu werden, jemand starrt mich regelrecht von oben bis unten an, und ich glaube zu fühlen, dass der Blick auf meiner Brust und später auch noch tiefer hängen bleibt. Jetzt spüre ich deutlich seine Anwesenheit, und schon berühren kräftige Hände meinen Hals. Ich schreie auf.

Sie gleiten hoch zu meinem Gesicht und streichen mir sanft über meine Wangen, ich spüre seinen Atem auf meinem Hals. Die Hände wandern langsam über meinen Körper, etwas in mir sagt, dass ich mich wehren sollte, doch mein Körper gehorcht mir nicht. Die fremden Hände streichen über meine Brust, eine Zunge spielt mit meinen Brustwarzen, und ich kann mich immer noch nicht wehren. Die Berührungen werden härter, aber der Schmerz erscheint mir angenehm. Die Zunge gleitet über meinen Busen, und ich selber spüre, wie mein Körper mit Erregung reagiert. Ich fühle keine Angst, nur ein mir bis dahin unbekanntes Verlangen. Obwohl mir die Situation Angst machen sollte.

Bilder erscheinen in meinem Kopf. Ich sehe einen Raum, ein Verlies, einen Keller? Und noch intensiver spüre ich den Stein und die Seile, die mich anbinden. Ein Raum aus grob gehauenem Stein, er ist fast so gross wie ein Saal. Er ist erfüllt von Licht unzähliger schwarzer Kerzen, die mit seltsam blauer Flamme brennen. Ebenso gibt es ein Feuer, dessen Rauch sich in den Höhen der Decke verliert, und an den hohen Wänden hängen kleine Fledermäuse, die mich mit neugierigen kleinen Augen anstarren. Und im ganzen Raum verteilt stehen tönerne Vasen und Behälter, angefüllt mit dunkelroten Rosen, die einen schwer-süssen Duft verbreiten. Ich bin von diesen Bildern fasziniert, es ist abstossend und wundervoll zugleich, eine perfekte Mischung. Nun erscheint auch eine Gestalt, ein nackter Mann, sein Körper ist muskulös und ansehnlich. Ist er der Mann in der Kutte? Seine Gegenwart macht mir aber keine Angst, und es ist ganz egal, wie er steht, sein Gesicht liegt immer im Schatten und ist nicht zu erkennen. Ich sehe, dass er sehr erregt ist. Doch mir gefällt sein Anblick, und mein eigener Körper reagiert ebenfalls mit Erregung und Wohlgefallen. Mit einem Ruck sind die Bilder verschwunden, und ich fühle wieder nur diese Hände, und alles ist wieder dunkel. Ich erwische mich dabei, wie ich mir wünsche, wieder in diesem Raum zu sein. Seine Hände gleiten meinen Körper wieder hinauf zu meinem Hals, zu meinem Gesicht, und plötzlich wird mir die Augenbinde abgenommen! Meine Augen müssen sich and das Licht gewöhnen, ich drehe den Kopf und öffne langsam die Augen. Das muss ein Traum sein.

Ich bin tatsächlich in diesem Raum, die schwarzen Kerzen, das Feuer, die Rosen, alles stimmt, und auch die Fledermäuse hängen an den Wänden. Hatte er mir diese Bilder geschickt? Wollte er vorher wissen, wie ich darauf reagiere? Wollte er mir die Angst vor diesem Anblick nehmen? Und da ist auch er, die selbe Gestalt, genauso nackt, und auch jetzt liegt ein Schatten über seinem Gesicht. Ich liege auf einer leicht erhöhten Anrichte, die mit Stroh bedeckt ist, und links und rechts bin ich an Pfähle mit den Händen angebunden, wo auf dem einen eine Eule und auf dem anderen ein Rabe sitzt. Von der Gestalt geht immer noch eine dunkle Ausstrahlung aus, die mich jedoch anzieht, statt mir Angst zu machen. Mein Körper möchte, dass er zu mir kommt, und ich rekle mich lüstern im Stroh. Ich sehe, dass ihn das noch mehr erregt und versuche, ihn damit zu provozieren. Er kommt zu mir, kniet sich hin und fängt an, meinen Körper zu erkunden. Sanft streichen seine Hände über meinen ganzen Körper, und ich tue so, als würde ich mich sträuben. Doch ich will nicht, dass er aufhört. Er fängt an, meine Brüste mit der Zunge zu liebkosen, und ich stöhne leise vor Lust. Seine Hand krault meine Scham, und in meinem Körper spielen meine Gefühle verrückt. Dieses Verlangen ist von unglaublicher Tiefe. Langsam gleitet seine Zunge über meinen Körper, immer tiefer. Sanft drückt er meine Schenkel auseinander, und sein Gesicht versinkt in meinem Schoss. Ein Sturm von Gefühlen erobert meinen Körper, ich fühle seine Zunge, seine kräftigen Hände, und ich würde am liebsten schreien vor Lust. Dieses Gefühl habe ich nicht erwartet, mein Körper war darauf nicht vorbereitet, und mir wird schwindelig vor Wohlgefallen. Lichter beginnen vor meinen Augen zu flimmern, und ich scheine in einer anderen Welt zu sein. Wenn das der Lohn ist, ihm gefällig zu sein, so will ich ihm dienen, solange er es verlangt. Seine Hände streichen sanft, und doch sehr bestimmend, über die weiche Haut meines Körpers. Er scheint alles erkunden zu wollen. Ich strecke ihm meinen Unterleib noch weiter entgegen, damit er nicht aufhört, und auch er scheint Gefallen daran zu finden. Langsam dreht er seinen Körper, bis er auf mir liegt, und die ganze Zeit hat er seine Zunge nicht von meinem Leib gelöst. Meine Zunge sucht gierig nach seiner erregten Männlichkeit, und ich brauche nicht lange zu suchen. Ich umschliesse ihn sanft mit meinen Lippen und beginne nun meinerseits mit meiner Zunge zu spielen, und ich spüre, dass auch ihn Wellen der Erregung überschwemmen. Wenn ich ihn doch nur berühren könnte! Ich sauge und spiele und geniesse seine Erregung. Es gibt mir irgendwie das Gefühl, dass ich ihn beherrsche, und nicht er mich. Er löst langsam unsere Körper voneinander, doch ich will es nicht. Ich bitte ihn darum, weiterzumachen, doch er sagt mit leiser zittriger Stimme "NEIN", so leise es auch war, diese Stimme duldet keinen Widerspruch. Und nun bemerke ich, was ihm im Sinne ist, er wendet sich, um sich dann wieder auf mir niederzulassen. Behutsam und doch federnd drückt er seinen Leib gegen meinen und schaut mir, auf seine Arme gestützt, zum ersten Mal direkt ins Gesicht. Diese Augen!

Ein stolzes Grau, wie frisch geschliffener Stahl, kalt wie Eis und doch von solch eier mächtigen Flamme erfüllt, die Gletscher zum Schmelzen bringen würden, und diese Augen sagen: "Du bist mein!" Dagegen könnte selbst eine Göttin sich nicht wehren. Diese Augen steigern mein Verlangen ins Unermessliche, denn mein Wille ist es, ihm zu seiner Zufriedenheit gefügig zu sein und ihm zu dienen. Es ist, als würde er spüren, was ich denke und ganz sacht findet er seinen Weg. Ich öffne meine Schenkel, um ihn noch tiefer in mich zu lassen und geniesse jeden Zentimeter. Langsam versuche ich, mich seinem Rhythmus anzupassen. Mich durch stossen Gefühle, die mir unendliche Macht zu verleihen scheinen, und ich lasse nun endgültig meine schwarze Seite die Überhand gewinnen, es ist ein neuer Mensch geboren. Diese Erkenntnis scheint auch ihn zu erreichen, denn er hält inne, löst sich von mir, doch nur, um mich von den Fesseln zu befreien, denn jetzt gibt es nichts mehr, was mich zu Flucht drängen würde. Sanft umfasst er meinen Körper, um ihn zu drehen, er zieht sich mein Becken entgegen und findet auch so wieder seinen Weg. Er dringt tief in mich ein, und ich spüre seine Kraft, die mich erzittern lässt. Seine Hand fürht mein Becken, während die andere meine Brüste umfasst. Ich wage nicht, das Gefühl zu beschreiben, weil es dafür keine Worte gibt. Mein Körper wiegt sich in Bewegungen, den seinen angepasst, um das Gefühl zu verstärken, das meine Sinne ergreift. Seine Männlichkeit ist hart und fest und dringt mit jedem Stoss tiefer in mich ein. Ein Gefühl von tausend Nadeln überschwemmt meinen Körper, und jede Stelle, die seine Hände berühren, ist wie vom Eis verbrannt. Doch ich fühle keinen Schmerz, ganz im Gegenteil, dieses Gefühl treibt mich weiter zu ihm hin, meine Seele beginnt, mit seiner zu verschmelzen, und mein altes Ich stirbt, um Platz zu machen für die andere Seele, die so lange schlief. Seine Hände gleiten weiter über meinen Körper, und seine Hände umfassen meine Brüste fast mit Ehrfurcht, dieser Körper wurde für ihn geschaffen. Seine Bewegungen werden langsamer, und er scheint meine Qualen zu geniessen, als er ganz sacht und sanft aus mir gleitet, und wieder hinein, und wieder, und wieder, welch schöne Qual ... Doch seine Bewegung wird langsam, ganz langsam, dann schneller und härter, ich spüre seine Erregung und höre seinen schweren Atem, der seine Lust zum Ausdruck bringt. Seine Männlichkeit gewinnt noch mehr an Härte und Kraft, und er lässt es mcih spüren. Sein Griff wird härter noch als zuvor, und ich erahne, dass der Augenblick naht, der den pakt vollenden soll. Ein Zitter durchläuft seinen Körper, das in meinen übergeht und Lichter vor meinen Augen erzeugt, ein wahrer Regen von Farbe geht auf meinen Geist hernieder und lässt mich an die Schwelle des Irrsinns treten. Ich spüre das Pulsieren seiner Männlichkeit, doch er entzieht sie mir, doch nur um seinen Lebensfluss auf meinen Rücken ergehen zu lassen, so warm und doch so kalt, dass es ein weiteres Schaudern auslöst... mein Schoss pulsiert zugleich mit seinem Herzen, und mit jedem Schlag überläuft ein Schaudern meinen Leib. Langsam lässt er mich zu boden sinken, und geschmeidig fällt sein Körper neben meinen, seine Augen blicken mich an, und sein blick sagt: "Du gehörst ganz mir!"

Einige Zeit liegen wir einfach nur da, sagen nichts, fühlen nur, noch intensiver nehme ich meine Umgebung wahr, obwohl alles in einem Schleier scheint. Es ist, als hätte ich ein anderes "Sehen". Er erhebt sich, zieht mich mit sich auf, er spricht kein Wort, doch ich weiss, dass ich ihm folgen soll. Er geht zu einer der beschlagenen Türen und öffnet sie. Dahinter befindet sich ein schmaler Gang, an dessen Ende ich fahles Licht entdecken kann, wir gehen darauf zu. Und wieder empfinde ich nichts anderes, als pures Erstaunen. Vor mir sehe ich die Welt mit Augen, die sie so noch nie sahen. Wir treten aus dem Berg hinaus, und mich umhüllt der weiche Schein des Vollmondes. Sein Licht fällt auf den einen kleinen See, und die Bäume und Felsen glänzen in seinem sanften Licht wie kleine Wunder, und der Wind spielt in meinem Haar, umschmeichelt sanft meinen Körper und flüstert zu mir:

"Willkommen daheim!"